Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen
Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen bedeutet, Architektur und Städtebau mit einem Höchstmaß an Lebensqualität mit geringsten irreversiblen Eingriffen in die natürlichen Kreisläufe zu schaffen.
Ziele des energieeffizienten und nachhaltigen Planens und Bauens
Unter Betrachtung ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Aspekte wird eine individuelle Lösung entwickelt, die diesem Ziel möglichst nahe kommt. Dabei werden die positiven Wechselwirkungen und Synergien der unterschiedlichen Kriterien in einem ganzheitlichen und integrierenden Planungs- und Bauprozess optimiert. Gesamtkonzepte sowohl für nachhaltige Sanierungsmaßnahmen als auch für Um- und Neubauten orientieren sich an folgenden Grundprinzipien:
- Langfristig, bedarfsgerecht und dauerhaft planen, bauen und bewirtschaften (ökologisch/ökonomisch/sozial)
- unter Betrachtung des gesamten Lebenszyklusses von Gebäuden (Erstellung, Nutzung, kontrollierter Rückbau/Recycling) natürliche Kreisläufe schonen bzw. wiederherstellen
- Bauen/Sanieren im Bestand vor Neubau und Neuerschließung
- ökologische Lasten verringern (Energie, Wasser, Stoffe und Landschaft), Energie- und Wasserverbrauch reduzieren
- bautechnische Langlebigkeit und Nutzungsflexibilität für Wohnungsbau, öffentliche Gebäude und Gewerbebauten
- Wasser-, Landschafts- und Freiraumkonzeption miteinander verbinden
- Eigenverantwortung und Mitgestaltungsrecht der Nutzer einbeziehen (Partizipation, Integration, Identität stiften)
Energieeinsparpotential und Kosten
Wirtschaftlichkeit ist vor allem eine Frage des Entwurfs
»Nachhaltiges Planen und Bauen ist nur bedingt mit Mehrkosten verbunden. Bereits sehr früh im Stadium des Entwurfes, der Entstehung und Durchführung eines Projekts können die größten Effekte im Sinne der Wirtschaftlichkeit erzielt werden. Energieeffizienz ist eine Teilmenge der Nachhaltigkeit, obgleich eine sehr wichtige, wenn man die gesamten Lebenszykluskosten eines Gebäudes betrachtet.«
Prof. Gerhard J. Meyer,
Professor für Bau- und Planungsmanagement, FH Erfurt
Professor for Sustainable and Climate Adapted Design, German Jordanian University Amman
Ganzheitliche Planung – Was ist das?
Gesamtkonzepte für ökologische Bau- und Sanierungsmaßnahmen und Neubebauung sind an übergreifenden Zielen nachhaltiger Stadtentwicklung orientiert. Die klassischen baulich-ökologischen Aspekte, wie die Verwendung gesundheitlich unbedenklicher Baustoffe oder die energetische Optimierung der Gebäudehülle, werden – im Sinne einer ganzheitlichen Planung – um ökonomische und soziale Aspekte erweitert. Dabei wird über das einzelne Gebäude hinaus immer auch der umgebende Kontext (Ensemble, Stadtquartier) in die Betrachtung einbezogen. Übergeordnetes Ziel ist die Entwicklung von Lebensräumen mit hoher, differenzierter Lebensqualität.
Was zeichnet ein Passivhaus aus?
Passivhäuser sind Gebäude mit sehr guter Wärmedämmung und einer Lüftungsanlage. Eine Heizung im klassischen Sinne ist nicht notwendig, der Energieverbrauch niedrig. „Passiv“ deshalb, weil der Großteil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen. Die Bauweise ist nicht auf bestimmte Gebäudetypen beschränkt. Es ist auch durch Umbauten und Sanierungen möglich, diese Standards zu erreichen.
Kriterien für ein Passivhaus
- günstiges Verhältnis von Außenflächen zu Gebäudevolumen
- wärmebrückenfreie Konstruktion im Detail
- möglichst Südausrichtung der Wohnräume zur solaren Wärmegewinnung
- Verschattungseinrichtung gegen Überhitzung der Räume bei starker Sonneneinstrahlung
- sehr gute Wärmedämmung der Außenwände, des Daches und der Bodenplatte (ca. 25-30 cm)
- passivhaustaugliche Fenster (3-fach Verglasung, uw-Wert < 0,8 W/m2K (Wärmedämmwert))
- passivhaustaugliche Eingangstür
- kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnungsanlage
- Solaranlage für Warmwasser (optional)
- benötigte Restwärmeerzeugung mit Wärmepumpe, Kleinstgastherme oder Holzheizung
- Haustechnik (Wärmeerzeuger, Speicher, Leitungen usw.) in der wärmegedämmten Hülle
Weblinks
Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI)
www.baukosten.de
BINE Informationsdienst – Service des Fachinformationszentrums Karlsruhe, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
www.bine.info
Baunetz Wissen – Online-Fachlexikon der BauNetz Media GmbH, u. a. mit Themenseite „Nachhaltig Bauen“
www.baunetzwissen.de
Netzwerk für den Klimaschutz der Gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online gGmbH www.co2online.de
Datenbank für Passivhaus-Projekte des Passivhaus Instituts und der Passivhaus Dienstleistung GmbH
www.passivhausprojekte.de
Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB)
www.dgnb.de
EnEV-online – Informationen rund um die Energieeinsparverordnung
www.enev-online.de
Finanzierungshilfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
www.kfw.de
Klima sucht Schutz – Kampagne der Gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online gGmbH, gefördert vom Bundesumweltministerium (BMU)
www.klima-sucht-schutz.de
Kommunale Grüne Hausnummer – lokales Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen in Neubau und Bestand, z. B. Erfurt: www.bwse.de
Nachhaltige Entwicklung in Thüringen – Portal des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN)
www.thueringen.de/de/tmlfun/themen/agenda
Nachhaltiges Bauen – Informationsportal des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)
www.nachhaltigesbauen.de
Vernunft für die Welt – Manifest der Architekten, Ingenieure und Stadtplaner für eine zukunftsfähige Architektur und Ingenieurbaukunst
www.klima-manifest.de
zukunft haus – Website der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena)
www.zukunft-haus.info




